Leitbilder
Die Förderung von Medienkompetenz durch die LfM basiert auf zentralen Leitbildern. Sie sind die Grundlage für die Planung und Umsetzung von Projekten und definieren die Ziele, die mit den Förderaktivitäten der LfM erreicht werden sollen.

Jugendmedienschutz
Der gesetzliche Jugendmedienschutz soll verhindern, dass Kinder und Jugendliche durch die Konfrontation mit problematischen Inhalten (z.B. Pornografie, Verherrlichung von Gewalt) in ihrer Entwicklung beeinträchtigt oder gefährdet werden. Zu diesem Zweck werden Altersklassifizierungen oder Zugangsbeschränkungen ausgesprochen. Die Umsetzung des gesetzlichen Jugendmedienschutzes gehört u.a. zu den Aufgaben der LfM. Mit den Förderaktivitäten der LfM im Bereich der Medienkompetenz wird zudem das Ziel verfolgt, Kinder und Jugendliche so zu qualifizieren, dass sie mit den Medien und ihren Inhalten kompetent und selbst bestimmt umgehen können. Hierzu sollen auch Eltern und Pädagog/innen befähigt werden, Kinder und Jugendliche beim Erwerb von Medienkompetenz zu unterstützen.
Bildung
Lernen, Erwerb von Wissen und Zugang zu Informationen sind in unserer Gesellschaft ohne die kompetente Nutzung aller Medien, insbesondere von Online-Medien, heute kaum mehr vorstellbar. Medienkompetenz wird deshalb auch als vierte Kulturtechnik bezeichnet – neben dem Lesen, Rechnen und Schreiben. Die Beherrschung dieser Technik entscheidet in der Informations- und Wissensgesellschaft in hohem Maße darüber, welche Bildungschancen und damit welche Entfaltungs- und Entwicklungschancen sich Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eröffnen. Die ökonomische und soziale Integration des Einzelnen in der Gesellschaft ist auch von seiner Medienkompetenz abhängig. Dies gilt mit Blick auf das Konzept des lebenslangen selbstständigen Lernens auch für Berufstätige. Deshalb sollen die Förderaktivitäten der LfM in diesem Bereich einen Beitrag dazu leisten, dass möglichst viele, Kinder wie Erwachsene, in der Lage sind, sich die Bildungspotenziale der Medien zunutze zu machen.
Demokratiekompetenz
Medien organisieren nicht nur den Zugang zu Wissen und Information in einer Gesellschaft. Auch die Auseinandersetzung mit und die Entwicklung von gesellschaftlichen Werten und politischen Zielen findet im Wesentlichen über Medien statt. Die selbst bestimmte Begleitung dieser Prozesse sowie deren aktive und mündige Mitgestaltung setzen den kompetenten Umgang mit Medien voraus: Hier sind insbesondere die Fähigkeit zur kritischen Reflexion von Medieninhalten gefragt, die eigenen Kompetenzen, sich (medien-)öffentlich zu artikulieren, und das Wissen um die Macht- und Wirkungsstrukturen, die den Medien zugrunde liegen. Dies gilt umso mehr angesichts der neuen Beteiligungsmöglichkeiten von Bürger/innen an politischen Kommunikations- und Entscheidungsprozessen, die unter dem Begriff „e-democracy“ gefördert werden. Die Medienkompetenz bestimmt in einem hohen Maße die sozialen und politischen Ausdrucks- und Partizipationsmöglichkeiten des Einzelnen in der Gesellschaft. Durch die Förderung von Medienkompetenz soll ein Beitrag zur größtmöglichen Teilhabe des Einzelnen am gesellschaftlichen und politischen Leben geleistet werden.
Chancengleichheit
Mit Blick auf die gesetzlichen Vorgaben zur Förderung von Medienkompetenz weist die LfM einem Aufgabenbereich einen besonders zentralen Stellenwert zu: Die LfM soll gemäß § 39 des Landesmediengesetzes zur gleichberechtigten Teilhabe an allen Formen analoger und digitaler Medienkommunikation beitragen. Große Teile der Bevölkerung finden jedoch keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu den Medien und ihren Bildungs- und Partizipationspotenzialen. Als Ursachen für diesen eingeschränkten Zugang sind festzuhalten: Alter, sozialer Status, Geschlecht und Migrationshintergrund. Hinweise auf die „Digitale Teilung unserer Gesellschaft“, die Warnungen vor der so genannten „Wachsenden Wissenskluft“ zwischen sozial abgesicherten und sozial benachteiligten Schichten oder Redewendungen wie die vom „User versus Loser“ machen dieses Problem sehr anschaulich. Sie verdeutlichen zugleich, dass der eingeschränkte Zugang zu den Nutzungspotenzialen der Medien zur gesellschaftlichen Ausgrenzung und zur Verstärkung der gesellschaftlichen Benachteiligung der Betroffenen beitragen kann. Deshalb ist allen Aktivitäten der LfM zur Förderung von Medienkompetenz das Ziel gemeinsam, dass möglichst viele Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und materieller Ausstattung, an den Medien und den neuen Kommunikationstechniken partizipieren und die von ihnen ausgehenden Chancen nutzen können. Medienkompetenz soll in der Gesellschaft verstärkt etabliert und ein Beitrag zur Chancengleichheit geleistet werden.
Vernetzung und Koordination
Neben der LfM gibt es in Nordrhein-Westfalen eine Vielzahl weiterer Akteure und Institutionen, die auf landesweiter, regionaler oder lokaler Ebene Angebote zur Förderung von Medienkompetenz machen. Angesichts dieser Vielfalt ist es von großer Bedeutung, dass sich diese Institutionen, einschließlich der LfM, vernetzen und ihre Aktivitäten koordinieren. Auf diese Weise sollen Wissen und Erfahrungen ausgetauscht, Synergien erschlossen und bedarfsgerechte Angebote entwickelt werden. Nur durch Vernetzung und Koordination ist zu gewährleisten, dass die vorhandenen Ressourcen – Kenntnisse, Kompetenzen und Kapital – in Nordrhein-Westfalen möglichst sinnvoll verwendet werden. Deshalb will die LfM mit ihren Aktivitäten die Vernetzung der Institutionen und die Koordination der Projekte unterstützen.
Mehr Informationen zum Spektrum der Förderung von Medienkompetenz durch die LfM finden sich auf der LfM-Homepage.