Mediennutzung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund in Nordrhein-Westfalen

 

Beim Thema Integration kommt den Medien eine hohe Bedeutung zu. Trotzdem gibt es kaum differenzierte und aktuelle wissenschaftliche Daten darüber, wie Menschen mit Migrationshintergrund mit Medien umgehen. Vor diesem Hintergrund wird die LfM die Mediennutzung Jugendlicher und junger Erwachsener mit unterschiedlichen Migrationskontexten in NRW untersuchen.

Titel

Mediennutzung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund in Nordrhein-Westfalen

ZielAktuelle Daten zur Mediennutzung junger Migrant/innengruppen in NRW / Neben Rundfunknutzung besonderer Schwerpunkt auf Umgang mit neuen Medien
Gegenstand

Mediennutzung junger Menschen (12 bis 29 Jahre) mit Migrationshintergrund

MaßnahmenWissenschaftliche Untersuchung auf Basis bestehender Studien
Publikation

Ergebnisse werden nach der Projektlaufzeit (Mai 2008 bis Juli 2009) veröffentlicht

Auftragnehmer

Prof. Dr. Hans-Jürgen Weiß, GöfaK Medienforschung GmbH, Potsdam;
Prof. Dr. Joachim Trebbe, Universität Freiburg/Schweiz.

 

Mileuorientierung wichtig
Bei der Mediennutzung, so konnten verschiedene Studien zeigen, sind die Lebensumstände, Lebensentwürfe, Alter und die damit zusammenhängenden Sozialisationskontexte, Sprachkompetenzen, soziale Orientierung und politische Einstellung entscheidende Faktoren. Daraus ergeben sich unterschiedliche Milieus, die bei der Untersuchung der Mediennutzung zu beachten sind. Denn hinter der Gruppe, die unter dem Begriff der so genannten „Menschen mit Migrationshintergrund“ zusammengefasst wird, verbergen sich sehr heterogene Lebenskontexte, die nicht nur mit der jeweiligen ethnischen Herkunft zusammen hängen. Die milieutypischen Umstände sind, wie bei Menschen ohne Migrationshintergrund, jeweils Voraussetzung dafür, wie Kinder und Jugendliche aufwachsen und – damit eng verbunden –, wie sie Medien nutzen.


Integrationsplan identifiziert Kenntnislücken
Differenzierte, milieuorientierte Ergebnisse zur Mediennutzung von unterschiedlichen Migrant/innengruppen liegen jedoch nicht vor. Insbesondere die Nutzung neuer Medien wie Internet, Computerspiele und Handy wurde bisher in der Forschung – auch bezogen auf die Menschen türkischer Herkunft – vernachlässigt. Auch im Rahmen des Nationalen Integrationsplans der Bundesregierung, der im Juli 2007 veröffentlich wurde, wird konstatiert, dass es notwendig ist, die Mediennutzung und Medienkompetenz der Menschen mit Migrationshintergrund eingehender zu erforschen. Bezogen auf die Förderung der Medienkompetenz von Migrant/innen formuliert der Integrationsplan auf der Basis einer Expertise des JFF Institut für Medienpädagogik den Bedarf, insbesondere die Mediennutzung von soziokulturellen Milieus mit niedrigem Bildungsniveau sowie von Migrant/innengruppen, deren herkunftskulturelle Werthaltung von den hiesigen deutlich differieren, zu untersuchen. Insbesondere auf der Basis entsprechender Kenntnisse besteht dann die Möglichkeit, Maßnahmen der Medienkompetenzvermittlung zielgruppen- und bedarfsgerechter ausrichten zu können.


Ergänzender Blickwinkel
Die von der LfM in Auftrag gegebene Unersuchung nimmt die Mediennutzung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund in Nordrhein-Westfalen differenziert in den Blick. Sie lehnt sich u.a. an die vom WDR durchgeführte repräsentative Studie zur Mediennutzung junger Erwachsener mit türkischer Herkunft in NRW an, bei der insbesondere die Fernseh- und Hörfunknutzung 14- bis 49-Jähriger im Vordergrund stand. Die neue LfM-Studie richtet den Fokus auf die Zielgruppe der 12- bis 29-Jährigen sowie auf Menschen mit Herkunft aus der Türkei oder der Russischen Föderation - aber auch auf weitere relevante Migrant/innengruppen in NRW. Neben der Fernseh- und Hörfunknutzung wird der Schwerpunkt auf den Umgang mit und die Einstellung zu neuen Medien wie Internet, Computerspiele und Handy gelegt werden. Dabei sollen insbesondere die jeweiligen soziokulturellen und milieuspezifischen Faktoren berücksichtigt werden, um den unterschiedlichen Lebenskontexten entsprechend Rechnung zu tragen. Zudem ist gemäß den Erkenntnissen von Trebbe/Weiß der jeweilige Integrationsgrad einzubeziehen. Darüber hinaus ist von Interesse, welche Kenntnisse und Einstellungen die Eltern zum Medienkonsum ihrer Kinder haben und ob – und wenn ja welche – erzieherische Maßnahmen im Zusammenhang mit der Mediennutzung erfolgen.

 

Erkenntnisse münden in medienpädagogische Empfehlungen
Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse sollen konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt werden. Medienpädagogische Maßnahmen können so weiterentwickelt bzw. neu konzeptioniert werden und sich dabei an den spezifischen Bedarfen der unterschiedlichen Zielgruppen mit Migrationshintergrund orientieren.


Ausschreibungsunterlagen und Projektbeschreibung als PDF
Mediennutzung Jugendlicher und junger Erwachsener mit Migrationshintergrund in NRW
Dezember 2007


Home