Medienkompetenz in der Schule
Medien spielen in der Lebenswelt insbesondere von Kindern und Jugendlichen eine zentrale Rolle. Fernsehen, Internet, Computerspiele, Handy gehören zur Alltagsausstattung. Vielfach wird der (übermäßige) Medienkonsum der Jugendlichen kritisiert oder Medien wie das Handy werden aus der Schule verbannt. Medien werden zwar als didaktische Hilfsmittel und als Werkzeuge in der Hand der Lernenden im Unterricht eingesetzt, über Umfang und Qualität des Einsatzes von Medien als Lernmittel und als Werkzeuge zum Lernen liegen jedoch ebenso wenig gesicherte Informationen vor wie über die Thematisierung des sicheren, kompetenten und nutzbringenden Medienumgangs und die darüber hinaus notwendige Auseinandersetzung mit den Medien, ihren Inhalten und der eigenen Mediennutzung im Unterricht. Die Behandlung von Medienthemen ist fächerübergreifend bzw. kompetenzbezogen angelegt. An verschiedenen Stellen im Lehrplan ist das Thema vorgesehen. Wie sieht jedoch die Umsetzung im schulischen Alltag aus? Die Studie der LfM soll untersuchen, welchen Stellenwert und welche Qualität Medienkompetenzvermittlung in nordrhein-westfälischen Schulen hat.
| Titel | Medienkompetenz in der Schule | Ziel | Aktuellen Stand des Medieneinsatzes und der Medienbildung erheben / Optimierung der Medienkompetenzförderung in Schulen |
| Gegenstand | Einsatz von Medien als Lehr- und Lernmittel bzw. Medienbildung in weiterführenden Schulen in NRW | Maßnahmen | Kombination von quantitativen und qualitativen Methoden / Einbeziehung bestehender Forschungsergebnisse |
| Publikation | Ergebnisse werden voraussichtlich 2010 veröffentlicht | Auftragnehmer | Institut für Informationsmanagement Bremen GmbH |
| | Kooperation | Unterstützung durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW und die Medienberatung NRW |
Unterstützung der Medienbildung
Zunächst soll der aktuelle Sachstand über den Medieneinsatz und die Medienbildung in weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen erhoben werden. Dadurch können Anstrengungen im Bereich der Unterstützung der Medienbildung in der Schule weiterhin effektiv an den Bedürfnissen der Schulen, Lehrkräfte und Schüler/innen ausgerichtet werden. Bei sämtlichen Fragestellungen wird differenziert zwischen
- dem Einsatz von Medien als didaktischem Lernmittel,
- dem Einsatz von Medien als Werkzeuge der Schüler/innen zum Lernen (gemäß den fünf Lernkompetenzen – strukturieren, recherchieren, kooperieren, produzieren und präsentieren – der Medienberatung NRW) sowie
- der Thematisierung von Medien und den damit verbundenen Chancen und Risiken als Unterrichtsinhalt.
Strukturelle Rahmenbedingungen
Mit Blick auf die strukturellen Rahmenbedingungen wird die Frage gestellt, an welchen Stellen in den Lehrplänen, Richtlinien und im schuleigenen Curriculum der Einsatz bzw. die Thematisierung von Medien bezogen auf die drei oben genannten Bereiche verankert ist. Ferner sollten folgende Fragen beantwortet werden:
- Welche Qualifizierungsangebote insbesondere im Bereich des kompetenten Umgangs mit Medien werden a) in der Ausbildung und b) in der Fortbildung gemacht? Wie werden diese genutzt?
- Welche Rahmenbedingungen werden seitens der Schule geboten?
- Gibt es ein schulisches Medienkonzept und wie ist dies ausgestaltet?
- Über welche mediale Ausstattung verfügt die Schule und wie ist die Nutzung und Wartung organisiert?
- Wurde der Medieneinsatz evaluiert? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
- Greift die Schule – Schulleitung, Lehrer/innen, Eltern und Schüler/innen – medienbezogene Probleme wie z. B. Cyber-Mobbing, Verbreitung von gewalthaltigen und pornografischen Videos über Handys, exzessive Computerspielnutzung etc. auf und wenn ja, auf welche Weise?
Einstellung und Kompetenzen der Lehrer/innen
Ein weiterer Fragenkomplex fokussiert auf die Einstellung, die Qualifikation und die Kompetenzen der Lehrer/innen im Bereich Medienkompetenzförderung im Unterricht. Dabei stehen folgende Fragestellungen im Mittelpunkt:
- Welche Einstellungen haben Lehrer/innen zu Medien insgesamt, zum Einsatz von Medien m Unterricht als Lernmittel oder als Werkzeug zur Unterstützung von Lernprozessen sowie ur Thematisierung von Medieninhalten und der Förderung von Medienkompetenz?
- Welches Wissen und welche Qualifizierung haben Lehrer/innen in den oben genannten Themenfeldern und wie sieht der konkrete Einsatz im Unterricht aus?
- In welchem Verhältnis stehen Einstellung, Motivation, Wissen und Qualifikation und bisheriger Medieneinsatz der Lehrer/innen zu den von ihnen praktizierten Unterrichtskonzepten (lehrerzentrierter vs. schülerzentrierter Unterricht) und dem im Schulgesetz verankerten Prinzip der individuellen Fšrderung von Schüler/innen?
Schlussfolgerungen zur Optimierung
Schließlich sollen Hindernisse identifiziert werden, um Medien im Unterricht als Lehr- und Lernwerkzeug zu nutzen bzw. Medienthemen im Unterricht zu diskutieren. Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse sollen konkrete Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Medienkompetenzförderung in der Schule gegeben werden.
Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) wird bei der Durchführung des Forschungsprojekts vom Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW und von der
Medienberatung NRW unterstützt. Diese Unterstützung ermöglicht unter anderem den Zugang zum Forschungsfeld Schule und eine praxisbezogene Auswertung der Projektergebnisse und Handlungsempfehlungen. Die Medienkommission der LfM beschloss in ihrer Sitzung am 23. Januar 2009, das Institut für Informationsmanagement Bremen GmbH mit der Durchführung des Forschungsprojektes "Medienkompetenz in der Schule" zu beauftragen.
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