Podknast.de: Ansichten und Einsichten aus dem Jugendarrest

Podcast aus dem Knast - so lässt sich die Grundidee des Projekts Podknast zusammenfassen. Jugendliche Arrestanten berichten in kurzen Podcastbeiträgen über ihren Alltag im Jugendarrest und die Gefühle während der Arrestzeit. Die Podcasts sind für die Jugendlichen eine Möglichkeit, sich mit ihrer eigenen Geschichte und ihrem kriminellen Verhalten auseinanderzusetzen. Die entstandenen Beiträge sind auf www.podknast.de zu hören. So wird die Öffentlichkeit darüber informiert, wie das Leben in einer Jugendarrestanstalt abläuft. Durch die persönlichen Einsichten der Arrestanten sollen vor allem jugendliche Hörer angesprochen und aufgeklärt werden.

Logo Podknast

Titel"Podknast.de": Ansichten und Einsichten aus dem Jugendarrest Ziel Auseinandersetzung von Arrestanten mit eigener Geschichte fördern /  Beschäftigungsangebot für Arrestanten schaffen / Öffentlichkeit aufklären
Zielgruppejugendliche Arrestanten der Jugendarrestanstalt DüsseldorfMaßnahmenPodcast-Produktionen mit Arrestanten / Internetangebot
Laufzeitseit 2008TrägerJugendarrestanstalt Düsseldorf
Internetwww.podknast.de KooperationJustizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen / Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)


Impuls für Lebensgestaltung
Der Jugendarrest verfolgt grundsätzlich das Ziel, die jugendlichen Arrestanten nicht zu verwahren, sondern ihnen vielmehr Impulse für die Gestaltung ihres weiteren Lebens zu geben. An diesen erzieherischen Ansatz will auch das Projekt Podknast ansetzen: Das Angebot, ein Podcast über ihre Erfahrungen im Arrest zu erstellen, soll die Auseinandersetzung der jugendlichen Straftäter mit der Situation im Arrest, ihrer Geschichte, ihrem kriminellen Verhalten und den Ursachen hierfür unterstützen. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit ihrer Situation geht es auch darum, ihnen einen Einblick in mediale Produktionsprozesse zu geben, die sie selbst mitgestalten können. Zugleich solle die Öffentlichkeit über das Leben und den Tagesablauf in einer (Jugend-) Arrestanstalt informiert werden, indem die Podcasts inhaltlich dort weitermachten, wo das "Gerichtsfernsehen" aufhöre. Um dies zu ermöglichen, werden die Beiträge auf der Website www.podknast.de veröffentlicht.


„Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil“
Mit diesem Satz beginnt jeder Beitrag, der im Internet zu hören ist. Die Arrestanten, die an der Produktion eines Podcasts beteiligt sind, werden durch den Vollzugsleiter oder die Sozialpädagogin der JAA ausgewählt. Aufgrund der Verbreitung im Internet sollen die Arrestanten sich mündlich weitgehend verständlich ausdrücken können und bereit sein, an dem Projekt mitzuarbeiten. Die Namen der Arrestanten werden für den Podcast verändert. Und damit die Jugendlichen nach dem Aufenthalt in der JAA nicht wiedererkannt werden, werden im Projekt auch bewusst keine Bilder der Jugendlichen veröffentlicht. Allerdings gibt es einen Video-Podcasts des Projekts, in dem Rechtsanwalt Marc Quandel und JAA-Leiter Edwin Pütz die häufigsten Fragen zu podknast.de beantworten. 


Medien als Ausdrucksmittel

Podknast wird von der Jugendarrestanstalt (JAA) Düsseldorf mit Unterstützung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und des nordrhein-westfälischen Justizministeriums umgesetzt. Die LfM erachtet dieses Pilotprojekt als einen möglichen Ansatzpunkt, die Medienkompetenz einer Zielgruppe zu fördern, die sonst mit medienpädagogischen Maßnahmen kaum erreicht wird. Die Jugendlichen erhalten im Rahmen des Projektes die Möglichkeit sich mit ihren Themen auseinanderzusetzen und zu lernen, diese inhaltlich und technisch für ein Publikum aufzubereiten. Zudem gibt das Projekt Jugendlichen möglicherweise Anregungen, auch zukünftig Medienproduktionen als Mittel zu nutzen, um ihre Lebenssituation, ihre Gefühle und Meinungen auszudrücken.


LfM-Pressemitteilung vom 25.04.2008:
"Podknast.de": Ansichten und Einsichten aus dem Jugendarrest - Gemeinsames Projekt von JAA Düsseldorf, Landesanstalt für Medien NRW (LfM) und Justizministerium Nordrhein-Westfalen

Rhein-Blog vom 11.09.2008:
Antje vom Berg, Referentin der LfM für Forschung und Medienkompetenz, über Podknast - Gedanken zum Jugendarrest


Kontakt:
Landesanstalt für Medien NRW (LfM)
Mechthild Appelhoff, Antje vom Berg
Tel: 0 2 11 / 77 007 0
Fax: 02 11 / 72 71 70
info@lfm-nrw.de

Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen
Tel.: 0211-8792-0
Fax: +49 (0)211-8792-569
Podknast.de ist ein Justiz-Online-Projekt (www.justiz.nrw.de)
justiz-online@jm.nrw.de

Jugendarrestanstalt Düsseldorf
Edwin Pütz
verwaltung@jaa-duesseldorf.nrw.de


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