27.05.2009 : Neue LfM-Broschüre: „Der Sinn des Hörens“
Hören ist mehr als die bloße Aufnahme von Geräuschen und akustischen Informationen. Hören bewirkt etwas. Die richtigen Töne vermitteln Sicherheit und Wohlbefinden, die falschen lassen uns – oft ganz unbewusst – unbehaglich fühlen. Genauso ist es mit Medien: die Geräusche sind es, die im Kino einen Thriller spannend, oder einen Fantasyfilm imposant machen. Wir vergessen oft, wie stark wir durch unsere Ohren geprägt sind. Hören als Sinneskompetenz ist eine zentrale Grundlage für Medienkompetenz. Kinder und Jugendliche werden heute einer massiven Bilderflut ausgesetzt und haben immer häufiger Schwierigkeiten, aktiv zuzuhören. Die neue LfM-Broschüre „Der Sinn des Hörens“, Ausgabe 2 der Reihe „Mit Medien leben: gewusst wie!“, die in Kooperation mit der Initiative Hören erarbeitet wurde, bietet einen Einstieg in die bunte Welt der Klänge und die Bedeutung des Hörsinns im heutigen Alltag.
Tag gegen Lärm

Steigende Lärmbelastung
Jeder fünfte Deutsche hört schlecht, rund 15 Millionen Menschen sind betroffen. Jeder zehnte Jugendliche hört nicht mehr optimal. Von den 60- bis 69-Jährigen hat jeder dritte Hörprobleme und nach dem 70. Geburtstag jeder zweite. Zugleich wird unsere Alltagswelt immer lauter. So wird beispielsweise die Lautstärke der Polizeisirenen in amerikanischen und deutschen Großstädte von Jahrzehnt zu Jahrzehnt erhöht. Sie würden sonst irgendwann überhaupt nicht mehr wahrgenommen. Der Grundton der Städte, erzeugt z.B. durch Dauerlärmquellen wie Autobahnen oder Einflugschneisen, würde die Sirenen übertönen. Aktionen wie der International Noise Awareness Day versuchen, auf die steigende „Lärmverschmutzung“ aufmerksam zu machen. Was für die Außenwelt gilt, gilt auch für die Welt der Medien. So wandeln sich im Multimedia-Zeitalter auch Fernsehen und Film – der ja auch stumm begann – oder das Internet zu ebenso optisch wie akustisch aufgeladenen Medienformen.


(Zu-)Hören als Grundlage für MedienkompetenzMehr Informationen zur Broschüre
Das menschliche Ohr ist eines der bedeutendsten Kommunikationsinstrumente. Ohne Gehör ist der Mensch nicht nur von einem Großteil der gesellschaftlichen Informationen ausgeschlossen, auch für die zwischenmenschliche Kommunikation ist Hören von großer Bedeutung. Ohne Gehör ist auch die Nutzung fast aller im modernen Alltag so wichtigen Medien beeinträchtigt: Das Radio ist gänzlich unbrauchbar, Fernsehen oder Kino sind zumindest großer und wertvoller Teile ihrer Inhalte beraubt. Besonders für Kinder ist das Hören wichtig, schließlich sind meist Hörspiele die ersten Medien in ihrem Leben. Doch gerade Kinder und Jugendliche haben immer häufiger Schwierigkeiten, konzentriert zuzuhören. Das Thema Hören hat viele Facetten: die Besonderheiten des Ohrs, die Bedeutung des Hörsinns im Alltag, die Wichtigkeit des (Zu-)Hörens, aber auch Fragen nach Lärm und Lärmschutz oder nach dem Sinn und der Qualität von Hörmedien. Anhand von exemplarischen Fragestellungen gibt die neue LfM-Broschüre „Der Sinn des Hörens“, Ausgabe 2 der Reihe „Mit Medien leben: gewusst wie!“ kurze Antworten, die sich für den Einstieg ins Thema eignen. Konkrete Praxistipps für den Alltag werden ergänzt durch eine Liste von Projekten und Initiativen, die weiterführende Informationen zum Thema Hören für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bereithalten.

 

Weitere Aktionen zum Thema Hören
Als Institution, zu deren Auftrag die Förderung von Medienkompetenz gehört, will die LfM das Hören und Zuhören fördern. Denn schließlich ist dies eine wichtige Kompetenz für die Nutzung von Medien. Einen Eckpfeiler dieses Engagements bildet dabei das Projekt „Hören mit Qualität“, das die LfM 2006 gemeinsam mit der Initiative Hören ins Leben gerufen hat.

Zur Auditorix-HomepageDie 2008 erschienene, von der Schule des Hörens entwickelte Hörspielwerkstatt „Auditorix“ ist ein Ergebnis dieser erfolgreichen Zusammenarbeit. Sie ist im Mai 2009 im Rahmen einer großen, gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Schulministerium durchgeführten Versandaktion an alle Grundschulen in Nordrhein-Westfalen verschickt worden und bietet zahlreiche Materialien (Arbeitsblätter, Audio-Clips, Spiele, Grafiken und Illustrationen) zur Produktion eines eigenen Hörspiels, eines Hörbuches oder vieler kleiner „Geschichten zum Hören“.
Auch in den Beratungsangeboten der Initiative „Eltern und Medien“ hat das Thema Hören seinen Platz gefunden. Im Jahr 2009 finden dazu landesweit 50 kostenlose Informationsabende für Eltern statt.  

 

Mehr Informationen:

Mit Medien leben: gewusst wie! Ausgabe 2: Der Sinn des Hörens
Zur Bestellung / zum Download der Broschüre über den Warenkorb der LfM

Mit Medien leben: gewusst wie! - Computerspiele
Informationen zur ersten Ausgabe der Reihe

Auditorix Hörspielwerkstatt
Die Homepage der Auditorix Hörspielwerkstatt

 

Fotos: gynti_46, Bestimmte Rechte vorbehalten


Home