Mit dem neuen Flyer "FERTIGMACHEN IST TABU" des Projekts Handysektor sollen Jugendliche direkt und schnörkellos auf das Thema Mobbing per Handy und im Internet angeprochen werden. Das sogenannte Cyber-Mobbing und die Verletzung von Persönlichkeitsrechten über Handy, E-Mails oder soziale Netzwerke wie SchülerVZ & Co. sind unter Jugendlichen und in Schulen ein wachsendes Thema. Der Thematik nimmt sich auch der neue Spot „Stop Cyber-Mobbing“ an, den die EU- Initiative klicksafe jetzt TV-Sendern und Online-Portalen kostenlos zur Verfügung stellt. Betreiber von Social Networks reagieren mit der Unterzeichung einer Selbstverpflichtung zum Jugendschutz.

Aufklärung zum Cyber-Mobbing im Comic-Stil
Durch Kamerahandys ist das Filmen und Fotografieren von Altersgenossen oder Lehrern in peinlichen oder privaten Situationen jederzeit möglich. Über das Internet oder über Handys können so entstandene Videos und Bilder problemlos weiterverbreitet werden und stellen dann für die Opfer eine dauerhafte Demütigung dar, oft auch als Grundlage für weitere Mobbingaktivitäten.
Der neue Handysektor-Flyer „Fertigmachen ist tabu“ greift diese Problematik auf. Im Comic-Stil gestaltet, richtet er sich direkt an Jugendliche. Pädagoginnen und
Pädagogen bietet er darüber hinaus Möglichkeiten, um mit den Jugendlichen über Cyber-Mobbing oder die Verletzung der Persönlichkeitsrechte zu reden und Tipps zu vermitteln, wie man sich wehren kann. Auch nicht direkt betroffene Jugendliche sollen motiviert werden, Courage zu zeigen und nicht wegzusehen. Der Flyer weist besonders darauf hin, wie wichtig es ist, sich helfen zu lassen, wenn man von Cyber-Mobbing betroffen ist: „Auch der Stärkste kommt nicht allein dagegen an. Das ist nichts, was du allein durchstehen musst.“
Der Flyer „Fertigmachen ist tabu“ ist über die Handysektor-Homepage oder über den Warenkorb der LFM zu bestellen.
klicksafe stellt Spot zum Thema Cyber-Mobbing kostenlos zur Verfügung
Der Spot "Stop Cyber-Mobbing" wurde im Auftrag der Europäischen Kommission produziert. In dem Film ist ein Mädchen zu sehen, das die Folgen von Cyber-Mobbing beim Surfen im Internet unmittelbar körperlich zu erleben scheint. "Stop Cyber-Mobbing" bringt in 60 Sekunden zum Ausdruck, was beim Cyber-Mobbing passiert: Über das
World Wide Web greifen die Täter in die geschützte Privatsphäre des Opfers ein, stellen eine Beleidigung nach der nächsten ins Netz. Das Gelächter der Täter ist groß, das Opfer den Beschimpfungen scheinbar hilflos ausgesetzt. Der Spot soll ermutigen, solche Fälle zu melden und sich gegen Cyber-Mobbing zu wehren. Im Rahmen einer großen Kampagne ist der Film in allen Partnerländern des Safer Internet Programms europaweit zu sehen.
Für die deutschlandweite Kampagne stellt klicksafe den Spot TV-Sendern und Online-Portalen kostenlos zur Verfügung. Webseitenbetreiber, insbesondere Portale, die sich an junge Nutzer wenden, sind aufgerufen, den kurzen Film auf ihrer Seite zu integrieren oder auf ihn zu verlinken.
Social Network-Betreiber unterzeichnen Selbstverpflichtung zum Jugendschutz
Social Networks sind bei vielen Jugendlichen beliebt. Aber nicht immer gehen die jungen Nutzer/innen verantwortungsbewusst mit eigenen oder – z.B. im Fall von Cyber-Mobbing – mit fremden Daten um. Während des "Safer Internet Day" im Februar haben die EU-Kommission und Vertreter von Social Networks deshalb eine Selbstverpflichtungserklärung für den Jugendschutz präsentiert: die "Safer Social Networking Principles for the EU". Darin enthalten sind Prinzipien wie Informationspflichten, Altersdifferenzierung beim Zugriff auf Inhalte, die Ermächtigung von Jugendlichen und ihren Eltern zum Selbstschutz sowie voreingestellte Datenschutzeinstellungen für Kinder und Jugendliche, deren Profile automatisch von der Suche über das Portal ausgeschlossen werden sollen. Angedacht ist auch eine Moderationsfunktion für junge Nutzer, damit nur die Inhalte auf ihrer Internetseite erscheinen, denen sie vorher zugestimmt haben. Die Selbstverpflichtung sieht zudem Meldefunktionen für Missbrauchsfälle vor.
Die freiwillige Selbstverpflichtung, die dem Modell der 2007 für den Mobilfunk entwickelten Erklärung folgt, wurde von 17 Social Network-Betreibern unterzeichnet. Weitere Unternehmen können sich anschließen. Die EU-Kommission dient dabei lediglich als Moderator. Im Herbst 2010 wollen Anbieter und Kommission über die bisherige Umsetzung beraten. Bis dahin sind nicht nur die jungen Nutzer selbst und die pädagogisch Verantwortlichen aufgefordert, etwas für die Sicherheit im Netz zu tun, sondern auch Regierungen werden in die Pflicht genommen, aufzuklären und Strafverfolger auszubilden und auszurüsten.
Mehr Informationen:
www.handysektor.de
Zur Homepage des Projekts
www.klicksafe.de
Zur Startseite der Initiative