22.10.2009 : Hinschauen hilft – Theaterstücke zum Thema Cybermobbing
Der elfjährige Nik ist neu in der Klasse und hat keine Freunde. Aber er hat den virtuellen Begleiter Salokin, den Nik im Netz erschaffen hat und der ihm cool und schlagfertig zur Seite steht. Als Nik auf dem Schulweg immer häufiger von älteren Schülern bedrängt wird, diese ihm Geld abziehen und die gemeinen Aktionen schließlich per Handy filmen, gerät er unter enormen Druck ...
Die Geschichte von Nik wird in dem Theaterstück „r@usgemobbt" der Kölner Gruppe „ComicOn“ erzählt. Das spannende und kurzweilige Stück zum ernsten Thema Cybermobbing wird an Schulen gezeigt und ist in Kooperation mit der EU-Initiative klicksafe entstanden. Nach den Vorführungen diskutieren die Schauspieler/innen mit den Schüler/innen über ihre Gedanken und Gefühle. Denn r@usgemobbt will ohne pädagogischen Zeigefinger zum Nachdenken anregen. Auch andere Theatergruppen für Kinder und Jugendliche gehen diesen Weg und setzen sich auf spielerische Weise mit Problemen der Neuen Medien auseinander.Aufführung r@usgemobbt / Foto: Jörn Neumann

Mobbing mit neuen Mitteln
Mobbing ist an deutschen Schulen leider an der Tagesordnung. Meistens sind es die eigenen Klassenkameraden, die ihre Mitschüler/innen mit Worten oder Fäusten angreifen und ausgrenzen. Aber immer häufiger findet Mobbing auch über E-Mails, Handys, Instant Messenger oder Chats statt. In einer aktuellen Studie des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau wurde dieses so genannte Cybermobbing untersucht. 16,5 Prozent der Befragten Schüler/innen gaben an, schon auf elektronischen Wegen beleidigt und bedrängt worden zu sein. Rechnet man diesen Prozentsatz auf die Schülerzahl in Deutschland hoch, kommt man zu dem Ergebnis, dass rund 1,9 Millionen Schüler Cybermobbbing-Opfer sind.


Neue Wege der AuseinandersetzungTheaterstück r@usgemobbt.de / Foto: Jörn Neumann
Auch wenn das Thema Mobbing nicht neu ist, so stellen doch die Entwicklungen der Neuen Medien immer neue Herausforderungen an die Pädagogik. Das Theater bietet hier einen Zugang, um Kinder und Jugendliche zu erreichen und zu einer Auseinandersetzung zu bewegen. Die Macher/innen von „ r@usgemobbt.de“ beschreiben ihr Stück als „einfühlsam und dennoch drastisch. Mit fetziger Musik, mit lauten und leisen Momenten, mit einer aufregenden Bühnenpräsentation versprechen wir ein spannendes „Schauspiel“, das genügend Platz für eigene Gedanken und Gefühle lässt.“


r@usgemobbt.de

Wie fühlt sich Cyber-Mobbing an? Kann man Cyber-Mobbing sehen? Wie fühlt es sich an, wenn man Opfer bzw. Täter ist? Wie ist es, wenn man dazwischen steht? Ist Einmischen doof? Wo bekomme ich Hilfe? Diese Fragen werden in „r@usgemobbt.de“ in einer spannenden Geschichte mit viel Gefühl, Spaß und Musik beantwortet. Das Stück dauert etwa 40 Minuten, danach wird die gleiche Zeit miteinander diskutiert. Die Theatergruppe „Comic On!“ stellt didaktisches Begleitmaterial für eine umfassende medienpädagogische Vor- und Nachbereitung im Unterricht zur Verfügung. Interessierte Schulen können die Theatergruppe für einen Auftritt buchen.


Noch mehr Theater
Kinder- und Jugendtheater haben in Deutschland eine lange Tradition. An vielen Orten werden  aktuelle Themen von Heranwachsenden aufgegriffen und auf der Bühne zum Thema gemacht. Da Computer, Internet und Handy in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen inzwischen eine feste Rolle spielen ist es nicht verwunderlich, dass die Probleme rund um die Neuen Medien auch von Theatergruppen aufgegriffen werden. Hier eine kleine Auswahl aktueller Produktionen: 

Mehr Informationen:

Homepage der Theatergruppe „Comic On!“
Hier finden sich alle weiteren Infos zum Theaterstück „r@usgemobbt.de“
Ein PDF-Flyer zu r@usgemobbt.de findet sich auch beim Kooperationspartner klicksafe.

„Fertigmachen ist tabu!“ – finden auch Social Network-Betreiber
Auch der neue Flyer vom handysektor regt zur Auseinandersetzung mit dem Thema Cybermobbing an.


Fotos: Comic On! Theaterproduktion, Köln (Fotograf: Jörn Neumann)


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