29.08.2009 : Medienpädagogik auf der "gamescom"

Scheinbar endlose Schlangen an den Messeständen, Tausende von (z.T. kostümierten) Jugendlichen, unzählige Leinwände und Computer, auf denen die neusten Computer- und Konsolenspiele gezeigt und ausprobiert wurden: So präsentierte sich die „gamescom“, die vom 19. bis zum 23. August in Köln stattfand. Aber nicht nur Spielehersteller fanden sich auf der gamescom ein, auch viele medienpädagogische Projekte nutzten die weltweit größte Messe für interaktive Spiele und Unterhaltung, um die Messebesucher mit Ständen und vielen Aktionen auf ihre Angebote aufmerksam zu machen. Auch die LfM war mit einem Stand vertreten, an dem die Medienkomptetenz-Initiativen „klicksafe“, „Internet-ABC“, „Handysektor“ und „Eltern+Medien“ für Kinder und Jugendliche, Eltern sowie Pädagoginnen und Pädagogen Informationen rund um den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit virtuellen Spielen bereit hielten.

 

Besucherandrang auf der "gamescom"

Faszination und Risiken
Computerspiele stehen laut der JIM Studie 2008 an zweiter Stelle der häufigsten Tätigkeiten, die Jugendliche am Computer durchführen – direkt nach den Hausaufgaben. Wie beliebt die Spiele sind, ließ sich auf der „gamescom“ gut beobachten: Die Jugendlichen fanden sich zu Tausenden auf der Messe – die insgesamt von 245.000 Interessierten besucht wurde - ein und nahmen z.T. lange Wartezeiten in Kauf, um einen Blick auf neue und kommende Spiele zu werfen, die an den Ständen der Hersteller präsentiert wurden. Einige Jugendliche hatten sich sogar als Figuren aus ihren Lieblingsspielen kostümiert. Nicht immer ist der Umgang der Heranwachsenden mit den Spielen so unproblematisch und kreativ. Viele Jugendliche haben bereits Erfahrungen mit Spielen gemacht, die laut Einstufung der USK noch nicht für ihr Alter geeignet sind und manchmal führt die Faszination, die von einem Spiel ausgeht, dazu, dass andere Bereiche des Lebens zu kurz kommen. Auf Seiten der Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen fehlt oft die Kompetenz, einzuschätzen, wie die unterschiedlichen Spiele funktionieren, was einen offenen Austausch zwischen den Generationen – z.B. über Nutzungszeiten in der Familie – erschwert. Die Risiken und Nebenwirkungen von Computerspiel- und Internetnutzung wurden von vielen medienpädagogische Initiativen auch auf der „gamescom“ thematisiert.


Sicheres Vergnügen Buttons erstellen auf der gamescom
Auf großes Publikumsinteresse stieß der Stand der LfM auf der „gamescom“. Die beteiligten Initiativen präsentierten hier eine Vielzahl von Materialien, die praktische Tipps darüber bieten, wie der Umgang mit dem Computer und den Spielen zu einem sicheren Vergnügen wird. Neben der Möglichkeit, sich zu informieren, gab es eine Reihe von Aktionen, an denen die Besucherinnen und Besucher teilnehmen konnten. So gab es z.B. eine Buttonmaschine, an der Kinder und Jugendliche ihrer Kreativität freien Lauf lassen und eigene Anstecker pressen konnten. Ein weiteres Highlight war eine Surfsimulation. Gesurft wurde jedoch diesmal nicht im Internet und auch nicht mit den üblichen Konsolen, vielmehr musste der auf einem Bildschirmen sichtbare Surfer über ein Surfbrett bewegt werden, auf dass sich Wagemutige stellen und ihre Surfunterricht der anderen ArtSurffähigkeiten testen konnten.

Alle, die nicht die Gelegenheit hatten, sich auf der „gamescom 2009“ über neue Spiele oder medienpädagogische Angebote zu informieren, sollten sich den 18. August 2010  vormerken. Dann öffnet die „gamescom“ in Köln erneute ihre Pforten. 

 

 

 

gamescom congress
Ebenfalls im Rahmen der „gamescom“ veranstalteten die Landesregierung Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der LfM, der Stadt Köln und dem Bundesverband für Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) e.V. einen eintägigen Kongress für Fachbesucher, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Vertreter aus Politik, Kultur und Presse. Im Mittelpunkt standen hier die gesellschaftlichen Auswirkungen von Computerspielen. Ein Schwerpunkt war dabei die Diskussion über die so genannten Browser-Spiele, die neue Herausforderungen für die Medienregulierung darstellen, weil  es für diese Alterskennzeichnung gibt. Auch diese Spiele können durch ihre Inhalte und Darstellungsweisen zum Problem für den Jugendschutz werden. Ihre freie Verfügbarkeit im Internet lässt es umso wichtiger erscheinen, dass Eltern und pädagogisch Tätige sich mit ihnen auseinander setzen.

 

Mehr Informationen

Homepage der gamescom
Mehr Informationen zur Messe

Klicksafe
Informationen zum sicheren Umgang mit Computer und Co.

Internet-ABC
Hilfestellungen und Tipps zum Einstieg ins Netz für Kinder, Eltern und Pädagogen

Handysektor
Informationen über Sicherheit in mobilen Netzwerken

„Computerspiele – Wissenswertes für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“
Kostenlose Broschüre der LfM zum Thema Computerspiele aus der Reihe "Mit Medien leben - gewusst wie!"

 

 

Fotos: Fox-Foto, Uwe Völkner


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