15.05.2008 : Musik im Netz: Rechtlich Richtig Runterladen
Musik gibt es heutzutage im Internet. Einzelne Songs oder ganze Alben können schnell und unkompliziert von einem Musikportal oder einer Tauschbörse heruntergeladen werden. Allerdings sind die Songs in Tauschbörsen in den meisten Fällen nicht vom Urheber freigegeben. Und wer beim Musik-Download Urheberrechte missachtet, muss mit unangenehmen Folgen rechnen. Das böse Erwachen kann in Form einer Abmahnung vom Anwalt ins Haus flattern. Darin werden hohe Geldforderungen gestellt und ansonsten mit Klage gedroht. Konkrete Hilfestellungen zum Umgang mit Abmahnungen und Tipps für den legalen Umgang mit Musik aus dem Netz liefert jetzt der neue Info-Flyer „Mu§ik im Netz“, herausgegeben von der EU-Initiative klicksafe und der Verbraucherzentrale NRW. Zum unbeschwerten Hörgenuss tragen auch andere hilfreiche Infoangebote und Tools bei. Flyer Mu§ik im Netz

Musikbeschaffung von Jugendlichen
MP3-Player, Handy, Computer – Jugendliche haben heute jede Menge Möglichkeiten, Musikdateien zu speichern und mit sich herumzutragen. Laut JIM-Studie 2007 verfügen die 12- bis 19-Jährigen im Schnitt über einen privaten Musikfundus von über 1.000 Songs. Acht Prozent der männlichen Jugendlichen geben sogar an, mehr als 5.000 Titel gespeichert zu haben. Und die müssen ja irgendwo herkommen. „Insbesondere Jugendliche nutzen die Angebote im Internet oft zu unkritisch“, sagt Prof. Dr. Norbert Schneider, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) und mitverantwortlich für die EU-Initiative klicksafe. „Unser neuer Info-Flyer ‚Mu§ik im Netz’, zeigt ihnen, wie das Herunterladen von Musiktiteln legal funktioniert.“ Einfach und verständlich erklärt der Info-Flyer, welche wichtigen rechtlichen Spielregeln zu beachten sind.

Mu$ik, Mu$ik
Der Verstoß gegen Urheberrechte durch illegale Downloads verursacht nach Angaben der Musikindustrie einen hohen finanziellen Schaden. Da ist es nur verständlich also, wenn sich Plattenfirmen wehren und Schadenersatz fordern. Dazu Klaus Müller vom Vorstand der Verbraucherzentrale NRW: „Wir beobachten allerdings, dass die Maßnahmen der Musikindustrie bei Urheberrechtsverstößen nicht selten übers Ziel hinaus schießen und sogar unberechtigte Forderungen gestellt werden. Dabei hängt die Höhe der Schadenersatzforderungen und der Anwaltskosten davon ab, wie viele Musikstücke man illegal zum Download angeboten oder heruntergeladen hat. Und der Gesetzgeber hat die Anwaltsgebühren für Bagatellverstöße auf 100 Euro begrenzt.“ Wenn eine Abmahnung ins Haus flattert, ist also auf jeden Fall eine juristische Beratung wichtig, um zu prüfen, ob die Forderungen überhaupt berechtigt sind.

Mu§ik im Netz
Der Flyer „Mu§ik im Netz“ mit vielen weiteren konkreten Tipps ist kostenlos in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW erhältlich und kann ebenfalls kostenlos über die LfM bestellt werden. Auf www.klicksafe.de steht der Flyer „Mu§ik im Netz“ als PDF-Download bereit.

Legal ist besser!
Es gibt viele legale Wege, um Musik kostenlos aus dem Internet zu laden. Vor allem für die Arbeit mit Jugendlichen sind diese Angebote interessant, da sie – neben der wichtigen Aufklärung über Verbote – interessante Alternativen darstellen:

  • Tonspion: Viele Musiker und Plattenfirmen verschenken MP3s, um für neue Alben oder Tourneen zu werben. Tonspion durchsucht das Internet daraufhin und stellt täglich die besten frei verfügbaren MP3 Downloads vor. Dabei wird vor allem neue Musik empfohlen, die noch nicht im Radio rauf- und runterläuft. www.tonspion.de
  • TauschNix: Das Aufzeichnen von Musik aus einem Internetradio ist legal und als Privatkopie im Urheberrechtsgesetz definiert. Für diese Möglichkeit werden Urheberrechtsabgaben an die GEMA gezahlt, z.B. beim Kauf von CD-Rohlingen. Mit der richtigen Software kann das Programm von Internetradios im Hintergrund aufgezeichnet werden. Später stehen dann alle aufgenommenen Songs einzeln und wohlsortiert zur Verfügung. Die Idee ist so einfach und überzeugend, dass NRW-Jugendminister Armin Laschet Schirmherr des gemeinnützigen Vereins TauschNix e.V. geworden ist. www.tauschnix.de
  • Checked4You: Das Online-Jugendmagazin der Verbraucherzentrale NRW hat viele Infos und praktische Links zu Musikdownloads ohne schlechtes Gewissen zusammengestellt. www.checked4you.de/netzmusik

Alles, was Recht ist
Das Thema Urheberrechte im Internet wird die Medienpädagogik auch künftig in verschiedenen Facetten beschäftigen. Wer sich damit näher befassen will, findet hier weitere Infos:


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